Im Rahmen eines Fachtags der Eingliederungshilfe hat Sozialministerin Heike Hofmann am Montag in Butzbach den offiziellen Startschuss für die Werbe- und Imagekampagne „mach’s machbar!“ zur Fachkräftesicherung gegeben: „Ich erlebe in meinem Amt täglich, was unsere Gesellschaft trägt: Kooperation, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Genau darauf basiert die Tätigkeit in der Eingliederungshilfe. Doch hier werden dringend Fach- und Hilfskräfte benötigt, die die Menschen, die darauf angewiesen sind, begleiten, unterstützen und deren Teilhabe ermöglichen – eben Kräfte, die es machbar machen“, sagte die Ministerin im Rahmen der gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Leistungserbringer der Eingliederungshilfe sowie dem Landeswohlfahrtsverband Hessen ausgerichteten Veranstaltung.
Eingliederungshilfe ist eine staatliche Sozialleistung, die Menschen mit Behinderungen oder drohenden Behinderungen dabei unterstützt, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Anzahl der Menschen, die Bedarf an dieser Leitung haben (nach Teil 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch, SGB IX), ist in Hessen in den vergangenen Jahren gestiegen – gleichzeitig schreitet der demografische Wandel voran. Bereits jetzt können bei vielen Leistungsangeboten der Eingliederungshilfe freie Stellen nicht mehr mit dem dafür notwendigen Personal besetzt werden, was die bedarfsgerechte Versorgung immer mehr erschwert.
Imagekampagne soll Bekanntheit verbessern und Sichtbarkeit erhöhen
Um dem zu begegnen, hat das Land nun die Werbe- und Imagekampagne zur Fachkräftesicherung in der Eingliederungshilfe gestartet, die bis zum 31. Dezember 2028 laufen und durch die Agentur Brand Factory ausgeführt wird. Sie hat zum Ziel, Fachkräfte für das Berufsfeld zu gewinnen und die Bekanntheit und Sichtbarkeit der Eingliederungshilfe in der Gesellschaft zu erhöhen.
Die Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtverbands Hessen, Dr. Yasmin Alinaghi, betonte in Butzbach: „Berufe in der Sozialen Arbeit sind krisensicher und die Arbeit mit und für Menschen ist im höchsten Maße sinnstiftend. Doch damit diese Argumente ziehen und mehr Menschen sich für eine Arbeit in der Eingliederungshilfe entscheiden, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Eine Arbeitsbelastung, die keine Überlastung ist und ein angemessenes Gehalt sind dabei zwei zentrale Faktoren.“
„Die Herausforderungen in der Eingliederungshilfe lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Wir brauchen entschlossenes Handeln, weniger Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte zu gewinnen und gute Teilhabe zu sichern. Der Start der Kampagne ‚Mach’s machbar!‘ setzt dafür ein wichtiges Signal“, sagte Carsten Tag, Vorsitzender des Arbeitskreises Eingliederungshilfe der Liga der freien Wohlfahrtspflege, auf dem Fachtag.
„Die Eingliederungshilfe ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres sozialen Zusammenhalts. Sie ermöglicht Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen. Ohne Fachkräfte kann dies nicht gelingen. Deshalb ist es gut, zu handeln und jetzt mit ‚mach‘s machbar‘ zu starten“, fügte Dieter Schütz, Beigeordneter des Landeswohlfahrtsverbands Hessen, hinzu.
PivA-Ausbildungen bereits möglich, enge Kooperation mit Bundesagentur
Bereits jetzt besteht in Hessen die Möglichkeit, in der Eingliederungshilfe eine vom Land geförderte praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) zu absolvieren, zudem arbeitet das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales auf diesem Feld bereits eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen.
Nun kommt die von Sozialministerin Hofmann gestartete Kampagne hinzu, für die jetzt die dazugehörige Website www.machs-machbar.deÖffnet sich in einem neuen Fenster und der Instagram-Account „machsmachbar“ offiziell freigeschaltet sind. Beiden Plattformen informieren über Chancen und Möglichkeiten in der Eingliederungshilfe und zeigen Einstiegsmöglichkeiten auf – vor allem lassen sie Menschen zu Wort kommen, die in der Eingliederungshilfe tätig sind und geben so einen Einblick in dieses spannende wie vielseitige Arbeitsfeld. Darüber hinaus sind verschiedene Aktionen geplant, um auf die Eingliederungshilfe sowie die Chancen, die sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bietet, aufmerksam zu machen.
„Heute feiern wir den Auftakt zu unserer Werbe- und Imagekampagne – und dann starten wir damit, die Eingliederungshilfe zusammen bekannter zu machen. Denn sie hat es verdient, als der großartige und wichtige Bereich wahrgenommen zu werden, der sie ist – auch im Sinne der Menschen, denen durch die Eingliederungshilfe in Hessen Tag für Tag Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ermöglicht wird“, so Ministerin Hofmann.